Beschäftigung, Ausbildung, Zukunft – wie die Salzgitter AG die Region stärkt

10. April 2026 | Lesedauer: 9 Minuten
Die Salzgitter AG schafft Perspektiven – für eine nachhaltige Stahlindustrie sowie für Fach- und Nachwuchskräfte. Wie der Konzern durch gezielte Förderung, regionale Verankerung und die Transformation junge Menschen für sich gewinnt.
Vom Agrarland zum Industrie- und Dienstleistungsstandort: Niedersachsen hat in den letzten hundert Jahren einen einschneidenden wirtschaftlichen Wandel hinter sich. War nach Angaben des Niedersächsischen Landesamt für Statistik um 1925 noch knapp jeder zweite Erwerbstätige in der Landwirtschaft beschäftigt, sind es rund hundert Jahre später nur noch 2,5 Prozent. Jeder Vierte ist in einem produzierenden Unternehmen wie der Automobil- oder der Stahlindustrie tätig, im Dienstleistungssektor arbeiten rund 73 Prozent. Offenbar eine Entwicklung zum Wohle der Region: Mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent steht das Bundesland derzeit etwas besser da als die gesamte Republik (6,5 Prozent).
Zur Stabilität bei der regionalen Beschäftigung trägt unter anderem die Salzgitter AG bei: Allein in Salzgitter und Peine beschäftigt der Konzern rund 9.000 Menschen, in Ilsenburg im benachbarten Sachsen-Anhalt kommen noch einmal knapp 800 Beschäftigte hinzu. Außerdem investiert der Konzern kontinuierlich in die Ausbildung: Derzeit absolvieren mehr als 1.000 Nachwuchskräfte ihre Lehrjahre im Konzern – nicht nur in Niedersachsen, sondern deutschlandweit. Doch wie die Chemie- und die Automobilindustrie steht auch die Stahlbranche vor vielfältigen Herausforderungen: Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und die Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit prägen den Alltag der Unternehmen.
Qualifizierte Beschäftigte zu finden und zu binden, wird für viele Firmen zunehmend schwieriger. Die Salzgitter AG begegnet dem unter anderem mit starker regionaler Verankerung und gezieltem Recruiting vor Ort, hier beispielhaft dargestellt für Niedersachsen. Enge Partnerschaften zwischen den Gesellschaften wie der Peiner Träger oder der Salzgitter Flachstahl und den Schulen und Hochschulen im Umkreis legen hier einen frühen und wichtigen Grundstein, um den Konzern bei potenziellen Nachwuchskräften als attraktiven Arbeitgeber zu verankern.

Früh im Gespräch mit dem Nachwuchs
Die Zusammenarbeit beginnt bereits bei der Berufsorientierung: Bei Praktika, dem Zukunftstag und am Tag der offenen Tür erhalten Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in die Arbeitswelt des Konzerns. „Schulpraktika sind ein sehr wichtiger Weg zu uns“, sagt Markus Rottwinkel, gemeinsam mit Pia Wiesinger verantwortlich für das Employer Branding der Salzgitter AG. Sie ergänzt: „Viele unserer Azubis haben uns so kennengelernt“. Mehr als 90 Prozent wurden in der Vergangenheit nach bestandener Ausbildung übernommen und bleiben damit als Fachkräfte in der Region.
Wie aber schafft man es, die Schwerindustrie insbesondere für Frauen, die bisher in der Belegschaft deutlich unterrepräsentiert sind, attraktiv darstellen? Ein Ansatz ist auch hier, durch Praxis und persönliches Erleben die Faszination für technische Aufgaben zu vermitteln. Abiturientinnen können über das „Niedersachsen-Technikum“ in Kooperation mit der TU Braunschweig das Arbeitsleben im Unternehmen kennenlernen: Das sechsmonatige Programm hilft jungen Frauen herauszufinden, ob ein MINT-Studium (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) das Richtige für sie ist. Vier Tage pro Woche arbeiten sie im Betrieb, einen Tag verbringen sie an der Universität.
Gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel und der Hochschule Harz in Wernigerode bietet der Konzern außerdem duale Studiengänge an, bei denen Ausbildungs- und Bachelorabschluss verzahnt werden. „Studierende können bei uns auch verschiedene Praktika machen, als Werkstudenten oder -studentinnen ein erstes Gehalt verdienen oder ihre Abschlussarbeiten im Betrieb schreiben“, sagt Markus Rottwinkel. Regelmäßig steigen die Nachwuchskräfte nach solchen ersten Kontakten langfristig ins Unternehmen ein– auch weil es nicht selten bereits eine familiäre Bindung an den Arbeitgeber gibt.
Generationen vor Ort
Viele Beschäftigte arbeiten in zweiter oder gar dritter Generation im Konzern. „Das spricht für unsere Arbeitsbedingungen und die Werte, die wir vermitteln“, sagt Pia Wiesinger. „Für Fach- wie Nachwuchskräfte ist Arbeitsplatzsicherheit von hoher Bedeutung. Und die bieten wir als etabliertes Unternehmen mit langer Tradition und einer klaren Vision für die Zukunft.“
Im Fokus stehen außerdem attraktive Rahmenbedingungen, wie moderne Home-Office-Regelungen oder ein arbeitswissenschaftlich optimiertes Schichtsystem. Der Teamzusammenhalt ist ein weiterer Pluspunkt: „Die Kolleginnen und Kollegen achten aufeinander, schon allein aufgrund der notwendigen Arbeitssicherheit", sagt Pia Wiesinger. Wer einmal für das Unternehmen gearbeitet hat, empfehle es oft im eigenen Umfeld weiter – so werden die Mitarbeitenden selbst zu den wichtigsten Botschaftern in der Region.

„Ein glaubwürdiges Employer Branding beginnt im Inneren. Unser Anspruch ist es, unsere Werte nicht nur zu kommunizieren, sondern sie im Arbeitsalltag erlebbar zu machen und fest in unserer Kultur zu verankern. Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Unternehmenskultur ist die Basis für eine starke Arbeitgebermarke – nach innen und nach außen.“
Birgit Dietze, Arbeitsdirektorin der Salzgitter AG
Transformation als Perspektive
Neben Stabilität und Tradition zieht junge Beschäftigte besonders die Möglichkeit an, am Transformationsprogramm SALCOS® mitzuarbeiten. „Das ist ein deutlich sichtbares Leuchtturmprojekt der Industrie, das hier in Salzgitter gestaltet wird. Auf Messen ist SALCOS® immer ein wichtiges Thema. Viele Nachwuchskräfte interessieren sich dafür, Teil dieses Wandels zu sein", sagt Pia Wiesinger.
Das heißt konkret: Wasserstofftechnologien entwickeln, Produktionsanlagen umbauen, neue Prozesse etablieren – Projekte, die in der Region umgesetzt werden und tausende Arbeitsplätze langfristig sichern. „Damit“, sagt Markus Rottwinkel, „machen wir den Standort fit für die Zukunft.“ Digitalisierung, Effizienzsteigerungen und demographische Entwicklung werden weitere Veränderungen mit sich bringen. Diesen Herausforderungen begegnet die Salzgitter AG mit umfangreichen Qualifizierungen und einem aktiven internen Arbeitsmarkt. Für die Mitarbeitenden ergeben sich dadurch immer wieder neue Perspektiven und spannende Entwicklungsmöglichkeiten.
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