Das Magazin der Salzgitter AG
Rote Stahlskelettkonstruktion eines Wohngebäudes in der Bauphase vor blauem Himmel mit weißen Wolken – zeigt die tragende Struktur aus Stahlprofilen

03. März 2026 | Lesedauer: 8 Minuten

Schnell, nachhaltig und kostengünstig: Von Modulquartieren gegen den Wohnungsmangel bis zum erschwinglichen Einfamilienhaus für jede Lebensphase – wegweisende Projekte zeigen die Zukunft des Bauens mit Stahl.

Meterhoch schwingen Stahlmodule am Kran durch den grauen Berliner Morgenhimmel. Ein kurzes Einrasten, dann verschrauben Monteure das neue Segment mit dem restlichen Gebäude. So stapeln sich bereits mehr als 3.000 Module zu einem neuen Wohnquartier in Berlin-Lichtenberg. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft schafft dort rund 1.500 neue Wohnungen in Modulbauweise, die auf Grundlage einer Stahlrahmenkonstruktion hergestellt werden. „Nur wenn wir stärker auf Modulbauweise setzen, werden wir unser Wohnungsbauziel von 200.000 Wohnungen bis 2030 erreichen“, betonte die damalige Bürgermeisterin Franziska Giffey beim Spatenstich des Projekts.

Neue Wege aus der Wohnungsnot

Rund 780.000 Wohnungen fehlen in Deutschland, besonders in den Städten und im unteren Preissegment. Klassischer Geschosswohnungsbau kommt mit dieser Nachfrage kaum noch mit: Die Bauzeiten werden immer länger, Material und Handwerker teurer, und jedes Projekt bindet über Jahre viel Kapital. Modulares Bauen wird deshalb als günstige, schnelle und nachhaltige Alternative zum klassischen Bauen für Bauträger und die Politik immer attraktiver. Tragende Stahlrahmen bilden das Gerüst ganzer Raummodule, die im Werk komplett vorbereitet und auf der Baustelle nur noch versetzt und miteinander verschraubt werden. So verkürzt sich die Bauzeit deutlich und Kosten bleiben kalkulierbarer. Am Ende steht ein vollwertiges Wohnhaus, das sich bei Bedarf später umbauen und anderweitig verwenden oder sogar demontieren lässt. Zugleich erleichtert die serielle Fertigung mit Stahl die Qualitätssicherung: Wetterkritische Arbeitsschritte verlagern sich weg von der Baustelle in eine wetterunabhängige und zuverlässig planbare Produktionsumgebung. 

Der Bund nutzt diese Vorteile ebenfalls, und zwar gleich bei mehreren aktuellen Bauprojekten. Im nordrhein-westfälischen Königswinter etwa lässt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zwei Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohnungen modular errichten. Im hessischen Gießen entstehen drei Häuser mit zusammen 36 Wohneinheiten. Durch den hohen Vorfertigungsgrad dauern Rohbau und Ausbau nur wenige Monate – ein großer Vorteil, wenn es darum geht, schnell zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. 

Das Green Steel Home: Ein Konzept, das das Einfamilienhaus neu denkt

Anders als bei der modularen Fertigung ganzer Raummodule für Mehrfamilienquartiere und öffentliche Projekte, verfolgt das Green Steel Home des Architekten und Unternehmers Thorsten Rebbereh ein anderes Konzept: Statt vorgefertigter Stahlmodule setzt das Green Steel Home auf die Stahlskelettbauweise. Das Konzept des individuellen Eigenheims richtet sich an Bauherren, die ansprechende und moderne Architektur zu einem kostengünstigen Preis schätzen und gleichzeitig von einer kurzen Bauzeit profitieren möchten. Während der Modulbau auf hohe Stückzahlen und schnelle Montage in städtischen Lagen abzielt, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen, revolutioniert das Green Steel Home den Eigenheimbau durch eine flexible, freitragende Stahlskelettkonstruktion – passgenau im Werk gefertigt, in wenigen Tagen montiert und bis zu 35 Prozent günstiger als konventionelle Neubauten. Nach spätestens drei, mitunter schon nach zwei Monaten ist so ein Einfamilienhaus in der Regel bezugsfertig. „Wenn wir schon bei Gewerbebauten so vom Stahl überzeugt sind, warum nutzen wir das Material dann nicht auch beim Bauen von Eigenheimen?“, sagt Thorsten Rebbereh. Schließlich ist Experten wie ihm längst klar: „Die günstigste Gebäudehülle, die man erstellen kann, besteht aus Stahl.“

Die günstigste Gebäudehülle, die man erstellen kann, besteht aus Stahl.

Thorsten Rebbereh,
Architekt des Green Steel Home

CO₂-reduzierter Stahl für nachhaltiges Wohnen

Für das Green Steel Home setzt Rebbereh auf CO2-reduzierten SALCOS® Structural Steel aus der Elektrolichtbogenofen-Route des Salzgitter-Konzerns. Im Vergleich zu herkömmlich produziertem grauem Stahl aus dem Hochofen sinken die Emissionen um mehr als die Hälfte – von 688 auf 299 Kilogramm CO2 pro Tonne. Gleichzeitig bleibt die Konstruktion flexibel, wie Rebbereh erklärt: „Wände lassen sich nach Bedarf versetzen, Decken nachrüsten. Wenn das Green Steel Home irgendwann nicht mehr gebraucht wird, lässt sich die Konstruktion einfach um-, ab- oder an einem anderen Ort wieder aufbauen. Dank der geschraubten Stahlskelettbauweise und dem Einsatz von Trapezblechen lässt es sich zudem sortenrein zurückbauen. Und sollte es dann keine Verwendung mehr geben, wird der Stahl über Recycling zurück in den Kreislauf geführt.“

Möchten Sie mehr über das Green Steel Home erfahren? Dann schauen Sie in unseren Success Stories vorbei.

Modern, schnell und nachhaltig: Green Steel Home revolutioniert den Hausbau.

Es basiert auf einer freitragenden Stahlskelettkonstruktion.

Wände und Decken lassen sich im Nachhinein versetzen und ermöglichen so – je nach Bedarf – zusätzliche Zimmer oder offenen Wohnraum.

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